Warum sollte sich ein Freelancer professionell präsentieren?

Ein Freelancer kann, was er kann – dies in einem Angebot zu transportieren, ist eine Seite der Medaille. Genauso wichtig ist aber auch die Außenwirkung.

Beschäftigt man sich mit Profilen, kann man manchmal das Gefühl bekommen, dass sich die Autoren nicht ihrer Außenwirkung bewußt sind. Sie listen zwar brav auf, was sie schon alles gearbeitet haben, achten aber nicht darauf, wie diese Darstellung auf andere wirken könnte.

Ein Beispiel

Niedergelassene Ärzte sind zumeist auch Freelancer. Sie haben eine Praxis, und sie haben Angestellte. Und sie haben oft auch ein Logo, das sich auf den Kitteln, auf Visitenkarten, auf dem Praxisschild wiederwindet. Sie bauen damit eine Marke auf, ein Corporate Design, eine Corporate Identity. Wenn jemand den Namen hört, das Logo sieht, sollen damit direkt positive Assoziationen ausgelöst werden.

Genau das ist auch für einen Freelancer sinnvoll. Er hat eine Botschaft – seine Leistung, seine Persönlichkeit -, und diese Botschaft muss sich auch in seinem Außenauftritt spiegeln – positiv, natürlich, authentisch.

Die unüberlegte Variante

Oft werden Profile einfach „nur runtergeschrieben“, mit irgendwelchen Schriften (vielleicht „Times New Roman“?), vielleicht sogar mit Schriftmixen. Auf Zeilen- und Absatzabstände wird nicht geachtet, es besteht keine Einheitlichkeit. Farbgebung, Schriftauszeichnungen werden nicht konsistent verwendet.

Welches Bild wird in solchen Fällen erzeugt? Selbst wenn der Freelancer ein absolutes Ass in seinem Bereich ist – der Eindruck ist unprofessionell, und damit wirkt der Freelancer nicht authentisch.

Der Ansatz

Ein Freelancer muss sicher nicht so viel Energie und Geld in seine Marke stecken wie ein Großkonzern. Trotzdem muss er sich bewusst sein, welche Chance er vergibt, wenn er sich keine eigene Marke aufbaut, die auf lange Sicht positive Assoziationen auslöst. Der Wiedererkennungswert kann für das Bestehen seines Unternehmens grundlegend wichtig sein.

Die Corporate Identity (CI) transportiert eine Botschaft, die für den Freelancer steht – welche das ist, hängt von ihm persönlich, seinem Anspruch, seinen Themen ab.

Ein paar Tips

  • Auch ein Ein-Personen-Unternehmen sollte ein Logo mit Wiedererkennungswert haben. Überlassen Sie die Erstellung einem professionellen Grafiker.
  • Verwenden Sie maximal zwei miteinander harmonierende Schriften (eine mit und eine ohne Serifen), die repräsentativ sind, gut lesbar (auch in verschiedenen Schnitten, wie fett, kursiv, und in verschiedenen Größen).
  • Verwenden Sie diese Schriftart überall, um die Einheitlichkeit sicherzustellen: Angebote, Visitenkarten, Flyer, Rechnungen.
  • Nutzen Sie hochwertiges Papier für gedruckte Unterlagen.
  • Visitenkarten transportieren Ihr Unternehmen, nicht das der Druckerei. Werbung hat daher dort nichts zu suchen.
  • Passen Sie die Schriftgröße den Anforderungen des Schriftstücks an. Für Briefe werden Größen ab 10 pt verwendet, um die Lesbarkeit sicherzustellen.
  • Strukturieren Sie das Schriftstück sinnvoll und sachgemäß. Der Leser muss sich jederzeit gut orientieren können und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden.
  • Formulieren Sie kurze und klar verständliche Sätze.
  • Unterschätzen Sie nicht die Wirkung eines guten Schreibstils. Lassen Sie längere Texte professionell korrigieren.

Fassen wir zusammen

  • Der erste Eindruck entsteht nicht durch die Inhalte, sondern durch die Präsentation dieser Inhalte.
  • Image und Wiedererkennungswert sind für einen langfristigen Erfolg auch für Freelancer von Bedeutung.
  • Es gibt allgemeine Regeln, die bereits zur Steigerung der Qualität beitragen und die CI vereinfachen.
  • Der Einsatz von Profis bei der Entwicklung von Logo und Design ist in der Regel sinnvoll – ein Freelancer hat meistens nicht die hierfür notwendige Außensicht auf sich und sein Geschäft.

In unserem nächsten Blogbeitrag untersuchen wir, was nach dem Angebot geschieht.

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