Wie funktioniert die Angebotserstellung eines Freelancers?

Im letzten Blogbeitrag gingen wir auf die oft viel zu kurzen Fristen für Angebote von Freelancern ein.

Unser Beispiels-Freelancer ist schon einige Jahre in seinem Metier beschäftigt und hat daher schon zahlreiche Angebote/Profile verfasst. Wie so viele andere verwendet er hierzu ein Word-Dokument.

Der Auslöser

Eine neue Anfrage kommt herein, ein Angebot muss auf diese Anfrage zugeschnitten werden. Es müssen also frühere – ähnliche – Angebote geöffnet werden und die einzelnen relevanten Textblöcke in das neu zu verwendende Dokument einkopiert werden. Die einzelnen Dokumente müssen herausgesucht werden – wohl dem, der hier eine übersichtliche Ordnung hält sowie ein gutes Gedächtnis hat und dadurch alles schnell findet.

Ein Tag im Leben unseres Freelancers

Sehen wir uns eine typische Situation an:

11:30 Uhr:Gerade kam eine interessante Projektanfrage rein, Antwort bis morgen früh. Das heißt, ich muss die Sache noch heute erledigen.
11:45 Uhr:Bin jetzt erst mal zum Mittagessen mit meinem aktuellen Kunden verabredet.
13:15 Uhr:Meeting bis 16:00 Uhr. Was muss ich eigentlich in das Angebot reinpacken…? Nein, jetzt bin ich mit meinen Gedanken doch besser bei dem Meeting.
16:20 Uhr:Protokoll für das Meeting erstellen. Das dauert… Eigentlich passe ich perfekt auf das Angebot, aber mein momentanes Profil gibt das so nicht her. Ich wollte ja schon immer eine Profilvariante erzeugen, die auf solche Positionen passt… wenn ich die jetzt schon hätte…
18:00 Uhr:Zurück in meinem Hotel. Kohldampf. Ich esse besser erst mal was. Dann habe ich vielleicht stärkere Nerven. Eigentlich wollte ich heute abend mit Bekannten ausgehen – muss ich jetzt erstmal absagen.
18:45 Uhr:Ich hatte doch mal vor einiger Zeit so etwas Ähnliches angeboten… wo ist denn die Mail…
19:00 Uhr:In meinem derzeitigen Profil stehen ja noch gar nicht die Aufgaben, die ich vor ein paar Jahren zu dem angefragten Thema erledigt hatte. Die brauche ich aber unbedingt für das aktuelle Angebot. Naja, dann schreibe ich die erstmal da rein und übernehme die später in mein Standardprofil.
22:31 Uhr:Ich habe jetzt mal ein Kapitel an den Anfang gestellt und alles dort rein kopiert, was für die Position relevant ist. Zähe Arbeit, und die Formatierungen zerschießt es auch dauernd… In der Ausschreibung sind ein paar seltsame Aussagen zu den Konditionen, ich muss da auf jeden Fall auch noch ein paar Sätze dazu schreiben.
01:30 Uhr:Halleluja, endlich fertig und abgeschickt! Ich kann nicht mehr und will nur noch
ins Bett.

Fassen wir zusammen:

  • Anfragen kommen unvorhergesehen.
  • Das Angebot muss immer schneller erstellt werden.
  • Die Erstellung des Angebots ist bislang sehr aufwendig, da das Angebot individuell auf die ausgeschriebene Position eingehen muss.
  • Das heißt: Aus seinem Profil muss der Freelancer all das herauspicken, was für diese Ausschreibung relevant ist.
  • Das macht Arbeit, kostet Zeit und ist fehleranfällig.
  • Werden neue Inhalte erzeugt, müssen diese irgendwie in das Originalprofil zurückfließen – auch das macht Arbeit, kann vergessen werden.
  • Mit der Zeit so ein Wildwuchs an Dokumenten, die alle irgendwelche relevanten Inhalte beschreiben und als Kopiervorlage dienen können.
  • Die Erstellung von Angeboten wird damit immer aufwendiger.

In unserem nächsten Blogbeitrag wollen wir wissen, warum es trotz Vermittler wichtig ist, sich professionell zu präsentieren.

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